Dating App Frauen Entscheiden

Männer wählen Fotos von Frauen aus, die ihnen gefallen, und umgekehrt. Kommt ein Treffer zustande, kann bei Bumble allerdings nur die Frau das Gespräch eröffnen. Frauen, die die Kontrolle übernehmen, gelten oft als verzweifelt, schräg oder zu forsch. Jetzt müsst ihr mal zuerst schreiben! Ist ja für Frauen gemacht, oder? Eine jährige Bankerin, die online Liebe suchte, findet es selbstverständlich, dass auch eine Frau den ersten Schritt machen kann: Hier handele es sich wohl um einen Versuch, ein neues Zielpublikum zu erschliessen.

Oder aber es geschieht das Gegenteil: Sie treten vor lauter Verunsicherung zu forsch auf. Auch darum sei es im Moment in der Schweiz so, dass häufiger Frauen Männer auswählen würden als umgekehrt. Gleichzeitig gibt es aber auch Frauen, die mehr auf Macho-Typen stehen. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare Diesen Beitrag melden dann geht ja gar nichts mehr! Also ich hab die Erfahrungen gemacht auf diesen Seiten, dass es sehr viele Frauen dabei hat, die einfach nur eine Bestätigung wollen und umworben werden wollen. Dabei jedoch gibt es einen massiven Unterschied: Geschrieben wird erst, wenn beide Seiten sich gut finden. Rechts wischen erwünscht Gefällt sie dir, wische nach rechts. Wenn nicht, mit einem "Swipe" nach links, auf Nimmerwiedersehen.

Es ist so einfach. Aber das ist der Knackpunkt: Wenn immer nur positive Rückmeldung kommt, kann sich das gesunde Selbstbild schnell verzerren. Ein Match löst eine sogenannte Erwartungssicherheit aus, so Helen Bömelburg vom Stern. Tinder hat, laut der Angaben in meinem Play Store 50 Millionen Downloads, allein in Deutschland 2 Millionen Nutzer. Das bedeutet viele, viele potenzielle Matches - die Auswahl ist riesig! Warum also sollte man sich auf einen Partner festlegen, wenn der nächste nur einen Wisch und zwei Häuserblöcke entfernt ist?

Was, wenn dieser Mensch noch aufregender, schöner, besser ist? Hier greifen gleich die nächsten Zahlen: Ein neuer Begriff ist in der Sozialwissenschaft dazu aufgetaucht: Am Anfang steht ein Match, es folgen Treffen, stundenlange Chats, Aufregung - und auf einen Schlag ist alles vorbei. Nummer geändert, entmatcht, in den Weiten des Netzes verloren. Wozu denn noch erklären, was passiert ist? Weshalb sich die Meinung plötzlich änderte?

Der Flirt wird zum Geist - als sei alles nie wirklich passiert. Ich liebe die Liebe und die Liebe liebt mich. Besteht die Liebe in Zeiten des Online-Datings also nur noch aus dem kurzweiligem Miteinander? Ein spontaner Flirt, eine leidenschaftliche Nacht, belangloser Sex? Die Aufregung einer ersten und vermutlich einzigen Begegnung? Die Anzahl der Singles gibt dem Recht: Jeder dritte Haushalt in Deutschland ist ein Single-Haushalt.

Noch nie zuvor gab es so viele Singles wie heute. Aber ist das eine Folge von Online Plattformen, Apps oder Whatsapp-Gruppen? Vielleicht sind wir durch das Wissen um die Anzahl der Möglichkeiten zu kleinkariert geworden. Suchen nach noch strafferen Oberschenkeln oder blonderen Haaren. Wir sind zu blöd für die Liebe.

Wie könnten wir uns verlieben, wenn wir wissen, dass auch der andere all diese [unendlichen] Möglichkeiten sieht? Liebe ist im ökonomischen Sinn ein Gefangenen-Dilemma: Wenn ich mich verlieben, der andere aber nicht, dann habe ich einen Verlust. Wenn sich keiner verliebt, dann hat wenigstens niemand verloren. Und daran ist nicht Tinder schuld.

Die Ehe ist eine religiöse Institution.


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